Eine Reise nach Tansania - Lushoto
von Nico & Marcel
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Der letzte Tag

Ich entschuldige mich für meine Inaktivität im Blog in letzter Zeit. Es kann auch als Volontär in Afrika eine Art Alltag eintreten bzw. ich war auch einfach faul.

Im Groben und Ganzen hat sich an der Schule auch nicht wirklich was verändert im Vergleich zu den vorherigen Einträgen. Das Arbeiten mit den meisten Kids macht voll Spaß, Coffee Corner ist und bleibt die Chiller-Lounge und ich werde hier kugelrund bei wenig Sport und viel gutem Essen.

Naja an den letzten zwei Wochenenden standen dafür zwei große Wanderungen auf dem Plan. Die erste Erkundung wurde im Regenwald vorgenommen. Ein Stück der 17km bestand wirklich aus einem tropisch nassen Stück Dschungel. Nur ein streunender Panther und die Schlangen haben noch gefehlt, dafür haben sich ein paar Äffchen blicken lassen. Nach 7 Stunden kamen wir auch an dem lang ersehnten Wasserfall an. Das kühle Wasser erfrischte unsere müden Körper während eine frische Guacamole unsere Bäuche füllte.

Es ist schwierige über solche Erlebnisse zu berichten. Drum kann ich nur raten … kommt her und erlebt es auch.

Das gleiche rate ich euch für die Marcai. Die geplanten 25km haben wir fast vollständig in der prallen Sonne verbracht und waren so über das Erreichen des Zieles überglücklich. Es ist unglaublich in welcher Schnelligkeit sich Klima und Vegetation verändern können, wenn man das Gebirge hinter sich lässt. Als wir das Dorf der Marcai erreichten standen wir in einem typischen  Afrikabild mit weiten Steppen, einzelnen bewaldeten Wasserlöchern und einer atemberaubenden Stille. Der eigene Herzschlag kann augenblicklich störend laut sein. Direkt im Dorf sah das ein wenig anders aus. 30 Kinder folgten uns auf Schritt und Tritt mit immer währendem Abstand. Ein Krieger mit Smartphone nahm uns dann in Empfang und zeigte uns unsere traditionellen Schlafplätze. Es sind kleine quadratische Hütten aus Stöcken und Lehm mit Stockbetten (also aus Stöcken). Bilder kann ich leider noch nicht zeigen, da meine gute alte Analoge Kamera mich begleitet hat. Das Highlight des Tages/Nacht bestand aus dem Tanz der Marcai. Mit tiefen Bässen aus den Kehlen der Männer und hohem Gesang der Frauen sprangen die Krieger umher. Dabei sprangen sie wirklich! Sie glichen Trampolinspringern mit unglaublicher Sprungkraft. Ich selbst durfte mich auch mit bei dem Treiben beteiligen. Es ist ein wahrer Spaß, auch wenn ich vollkommen müde war und vllt halb so hoch gesprungen bin. Es lohnt sich auf jeden Fall zu sehen, wenn man die Chance hat.

Nach diesen Erlebnissen sind auch meine 5 Wochen Tansania rum. Das heißt so viel wie die Rückreise nach Deutschland muss angetreten werden. Immerhin sitze ich jetzt schon am Flughafen, es ist 00:30Uhr und warte. Zum Glück durfte ich die letzten 9Stunden, die ich schon in Dar es Salaam war bei dem Schwager von Esther verbringen. Die Kids haben die Zeit mit mir ganz gut rumgekriegt. Ich habe gemerkt, dass Kinder generell kein Problem damit haben, wenn jemand die Sprache nicht wirklich spricht (mein Kisuahili ist immernoch nicht Smalltalk-sicher). Die spielen und schreien einfach und haben Spaß. Nach 3 Stunden Kinder rumwerfen, hochheben, Ball spielen und allerlei anderer Späße musste ich leider aufgeben. Als letzte stärkende Mahlzeit gab es nochmal schön Ugali (Nationalgericht). Jetzt heißt es aber auch Abschied nehmen. Kwa heri Tanzania.

23.3.16 00:07


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Tag 22

Projekt Regenrinne

Wer Marcel und mich kennt, weiß dass wir manchmal versuchen etwas mit unseren Händen zu schaffen, anstatt es aus der Massenproduktion im Laden zu kaufen. So sind schon so einige Unikate entstanden. Auch hier in Tansania hat uns das Bastel- und Werkelfieber wieder erwischt, so dass wir erst aus Muschel und verrückten Holzteilen Schmuck in Form von Ketten herstellten. Dann kam uns aber die Idee der Regenrinnen. Wasser ist zwar in Tansania vorhanden, doch werden oft lange Wege in Kauf genommen, um das kostbare Gut zu transportieren. Wie bereits beschrieben habe ich bei Esthers Eltern das Wasserholen mitgemacht und muss sagen, dass es eine verdammt anstrengende Arbeit ist. Jeder Tropfen muss transportiert werden. Ob fürs Kochen, Waschen oder Putzen. Das Regenrinnenprojekt mit den Spenden von Sascha und Johannes ist leider erstmal eingefroren, denn es konnten die anderen 50% der Lokals nicht aufgebracht werden.

Wir wollten es aber verbessern (Preis senken) und haben uns so ans Reißbrett gesetzt. Nachdem wir auch andere Umstände hier in Lushoto gesehen haben (Müll) und wir ohnehin Tüftler des Upcyclings sind, haben wir kurzerhand ein kostengünstiges Konzept entworfen. Mit einem Preis von vermutlich 500TSh (<0,25Euro) pro Meter haben wir das Experiment gestartet. Wir nahmen uns die leeren Wasserflaschen und schnitten sie zu. Mit einfachsten Mitteln (Tacker und Tape) konnten wir so die jeweiligen Hälften verbinden und auch wasserundurchlässig gestalten. Klingt erstmal komisch, doch funktioniert gar nicht mal so schlecht. Wie lange unsere Konstruktion halten wird ist eine andere Frage. Ich hoffe auf mehr als ein Jahr, aber das wird die Praxis zeigen. Doch eine Preissenkung von mehr als 90% (original kostet 1m 7000TSh) motiviert uns das Projekt voran zu treiben. Zusätzlich würden wir uns riesig freuen, wenn die Tansanier es merken würden, dass der Müll nicht auf die Straße gehört, aber recycelt werden kann.

Bis jetzt steht 1m Regenrinne aus doppellagigen Plastikflaschen. Es ist für die zur Verfügung stehenden Mittel auch recht stabil und durch eine weitere Holzleiste wird es noch verbessert und montierbar. Einen direkten Feldversuch konnten wir noch nicht durchführen, aber im Bad durfte bereits Wasser durch unsere Konstruktion fließen.

Falls jemand von euch noch andere kostengünstige Ideen hat, darf er/sie und liebend gerne diese mitteilen. Die Raining season hat jetzt begonnen und es kann noch nicht richtig aufgefangen bzw. gelagert werden, ohne eine gewisse Summe an Geld in die Hand zu nehmen.

9.3.16 16:46


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