Eine Reise nach Tansania - Lushoto
von Nico & Marcel
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Tag 20

Wenn ich ein Wort für das letzte Wochenende finden sollte, dann würde „Schweiß“ wohl den Kontest gewinnen. Immerhin war das mit 48Std unsere Hauptbeschäftigung. Wir verließen das milde Klima Lushotos am Samstag früh, nach einer kurzen Nacht und bewegten uns im Daladala (mittelgroßer Bus) nach Tanga. Die Stadt mit diesem eigenartigen Namen befindet sich an der Küste Tansanias mit dem Indischen Ozean angrenzend. Die Fahrt gestaltete sich als schweißtreibend, wobei der Fahrtwind die einzige Erfrischung gab. Nicht mehr ganz so wohlriechend erreichten wir nach 6 Std unser Ziel. Glücklicherweise hatten wir Steven (unseren rothaarigen Ami) dabei. Er erwies sich als ein optimaler Reiseführer mit seinem direkten Humor. Seine Mentalität hat sich innerhalb der letzten 2 Jahre in Tansania den Einheimischen angepasst. Viel chillen ist ganz wichtig und wer lauter und verrückter ist, ist ohnehin der coolste. Unsere Unterkunft, „The hunted Manson“ gestaltete sich als eine krasse Villa aus Kolonialzeiten mit mega Potential. Nur haben sich die Besitzer in letzter Zeit weniger drum gekümmert. Für Volontäre reicht es locker. Und ein Preis von 7.000TSh (knapp 3Euro) für ein Doppelzimmer pro Nacht ist auch sehr bezahlbar. Nach dem Einchecken waren wir voll in Strandlaune. Also auf geht’s in Richtung Wasser. Bei Temperaturen von 30°C aufwärts ist das auch sehr notwendig. Leider macht Tanga aus allem ein Business. So darf man den Strand auch nur gegen eine kleine Gebühr betreten. Schnell getan und ab ins Wasser. Wer Nudeln oder Reis kochen will kann genau dieses Wasser nutzen. Salzig und brühwarm. Trotzdem war es eine dankbare Erfrischung. Eine weitere Erfrischung boten die Fruchtteller. Um ehrlich zu sein haben wir in den zwei Tagen fast keine richtig feste Nahrung zu uns genommen. Ein vollgepackter Teller mit Banane, Mango, Papaya und Wassermelone stellte jeweils unser Abendessen und Frühstück dar. Und das für noch unter 1Euro. Die saftige Frische ist einfach göttlich hier.

9.3.16 16:45


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Tag 13: Ein kleiner Rückblick

Was bisher geschah (in den letzten 3 Tagen). 

Wir begannen unsere Reise in die entlegenden Dörfer Tansanias am Morgen des letzten Freitags. Das Ziel bestand in dem Erreichen des Elternhauses von Esther (unserer „Gastmutter“ oder viel besser „Gastschwester&ldquo. Wir nahmen also die Strecke von unglaublichen 45km auf uns mit dem Ziel sie in 2 Stunden zu schaffen. Hmm mit dem Fahrrad würde das in Deutschland auch gehen. Tja, in Tansania sieht das ein wenig anders aus. Zumindest stellten die ersten 10km einen angenehmen Teil mit asphaltierter Straße dar. Danach bestand sie aus festgefahrener Erde. Das hat den kleinen Nachteil, dass jeder Regenguss ganze Gräben in die Fahrbahn schneidet. Die Straße wird also von rechts bis links ausgenutzt, um mit größtmöglichen Tempo (ca. 20km/h) so wenig Schlaglöcher wie möglich mitzunehmen. Es war eine Schunkelparty bei der jedes Gespräch nur durch eine Schreien geführt werden konnte. Naja, so fühlte es sich zumindest nach 1Std an. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert, auch wenn es auf Dauer anstrengend wird (auch als Mitfahrer). Die Landschaft war dafür aber ein dauernter Wechsel von kleinen urigen Dörfern zu regenwaldähnlichen Gebieten. Das alles im Mittelgebirge voller Gipfel und Täler. Den wahren Anblick konnten wir dann nach den 2Std Fahrt richtig genießen. Nachdem wir mit dem Auto nicht mehr weiter konnten, weil ein Teil der Strecke vom letzten Regen weggeschwemmt worden ist, sind wir die letzten 15min gelaufen. Es ging durch das Maisfeld der Familie hoch zu den derigen Häuser. Mit großer Freude sind wir dann auch begrüßt worden. Jeder strahlte uns an, auch wenn keiner uns verstand. Esther fungierte deshalb für uns auch als eine Art Dolmetscher. Das machte dann auch einen Austausch machbar (auch wenn mir mit Händen und Füßen recht

Nachdem wir eine interesante Diskussion mit Esthers baba (Vater) über Gott und seine Existenz hatten (er war letztes Jahr noch Pfarrer) ging es zur Besichtigung der Kirche. Dieses Gebäude war neben dem Kennenlernen der Eltern auch eins unserer Hauptanliegen für den Besuch. Regenrinnen und ein Wasserspeicher sollten nämlich dort installiert werden mit Marcel und mir als Architekten. Wir machten uns also an die Besichtigung und erstellten Pläne und verwarfen sie wieder bis zwei Konzepte feststanden. Leider gibt es bei jeden Bauarbeiten immer Randbedingungen. In unserem Fall stellten sie die Wasserkapazität (ab 4.000Liter lohnt es sich erst richtig), Sicherheit (wegen Kindern) und natürlich das Budget dar. Abgemacht waren eine Kostenteilung im Verhältnis 50:50, wobei den einen Teil die involvierten Familien übernehmen und der andere durch Spenden aus Deutschland finanziert wird. Sascha und Johannes haben dafür 220,- zusammengekriegt, welche sie komplett für dieses Projekt eingeplant haben. Das ist eine Riesenleistung. Die restlichen 200,- (oder mehr) sollte dann von zwei Familien übernommen werden, was sich als sehr schwer darstellt.

Das Thema haben wir auf den nächsten Tag verlagert, weil es zum Dinner gerufen wurde. Das ist auch so ein Ding. Ein richtiger Mann kann auch richtig essen, d.h. uns wurde stets aufgetan und nach Nachschlag gefragt. Einen Kitambi (dicken Bau) wollen sie bei uns sehen, den wir aber nicht bekommen.

Was war dann am Samstag?

Die morgentliche Routine begann um 8 mit Kuh melken. Wir schauten also eine Runde zu und durften uns dann an der frischen köstlichen Milch vergreifen. Wow war die lecker. Wer noch nie frisch gemelkte Milch aus den Bergen (unbehandelt) versucht hat, der muss das unbedingt tun. Es ist ein total anderer intensivere Geschmack. Weiter ging es mit Kartoffeln zum Frühstück. Der Nachmittag wurde wieder mit dem Regenrinnenprojekt gefüllt. Ein „Profi“ und der neue Pfarrer kamen vorbei und zusammen wurde an den Konzepten gearbeitet. Leider stellten die Kosten das größte Problem dar. Im Endeffekt gab es leider keine Einigung, was heißt dass dieses Projekt bis nach der Ernte verlegt wird. Also falls ihr euch beteiligen wollt oder ihr irgendwann selbst nach Tansania fliegen wollt, könnt ihr gernen dran weiterarbeiten Ich muss auch zugestehen, dass so eine Wasserauffangsystem richtig sinnvoll ist. Ich selbst habe zweimal Wasser geholt und mit 2x25Liter ist ein steiler Weg mit 15min eine pure Quälerei. Ich kam schwitzend und schnaufend oben an (wer mich kennt, weiß dass ich auch gelegentlich Sport treibe). Bis jetzt muss jeder Tropfen über Muskelkraft bewegt werden.

Des weiteren haben wir gute deutsche und italienische Kräuter ins ferne Tansania gebracht und angebaut. Mitten im Maisfeld entstanden so mehrere Beete mit Basilikum, Thymina, Oregano, Koriander, Rosmarin und Petersilie. Damit kommen evtl auch ein paar Gewürze auf den afrikanischen Teller. Deren Speisen sind doch weniger gewürzt, als die Salz-Pfeffer-Gerichte der Deutschen.

 

 

Sonntag.

Das war schon der Tag der Abreise aus den paradisähnlichen Bergen. Zumindest ich habe mir das Paradis rein landschaftlich so vorgestellt. Hohe Berge und tiefe Täler, grün bewachsen mit schnucklichen zerstreuten Hütten. Einfach wunderbar.

Unsere Reise ging weiter zum Mambo-View. Wer gute Aussichten liebt sollte auch diesen Aussichtspunkt besuchen. Mit einem Abhang von mehr als 1500m bietet bietet es eine Sicht über 100km. Die Wolken kreisen auf unserer Höhe. Das ist eine ganz andere Persepektive, die an die Vorstellungen an Gottes Himmel herankommt (auch für einen Nicht-Christen). Die Rückreise erstreckte sich wieder über abenteuerliche 3Std.

So haben wir jetzt auch ganz andere Seiten gesehen. Die Leute haben mich neben der krassen Natur tief beeindruckt. Freundlich und gastfreundlich, aber auch mit großen Augen (der Kinder) und warmem Gelächter (wenn wir Swahili gesprochen haben) wurden wird begrüßt. Ich kann allerdings jeden dunkelhäutigen Deutschen verstehen, der sich in Europa komisch fühlt. Man wird schon anders angeschaut und manchmal behandelt, nur weil man eine andere Hautfarbe hat. Leider kann das mega unangenehm werden. Deshalb bitte ich jeden auf solche Oberflächlichkeiten möglichst zu verzichten.

29.2.16 18:06


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